Sonntag, 29. August 2010

East Cape

Was macht man nicht alles, um einen schönen Sonnenaufgang bewundern zu können? In Neuseeland kann man als einer der Ersten weltweit die Sonne über den Teich schlüpfen sehen. Nur Fiji und Rußland reicht weiter östlich zur Datumsgrenze. In Rußland dürfte sich die Bevölkerung allerdings in Grenzen halten.
Soweit zumindest zur Theorie - doch wie so oft kommt alles ganz anders, als man denkt. Es ist wirklich hart, ein Morgenmuffel zu sein! In letzter Zeit bin ich zwar immer mehr zum Frühaufsteher (ja 8 Uhr ist früh! ;) ) geworden, aber die Zeitverschwendung nach dem Aufstehen durchkreuzt mir ständig meine Pläne.
Auf dem Weg zum Eastcape wollte ich mir eigentlich mal wieder einen Geysir in Rotorua anschauen. Der im Wai-O-Tapu ist auf 10.15am getriggert - ausgelöst durch biologisch abbaubare Seife, aber keine Ahnung wie das funktioniert. Kurzum: ich bin zu spät losgefahren, also wieder mal kein Geysir. Für die Tour im Kiwi House war auch ein paar Minuten zu spät und 2 Stunden auf die Nächste wollte ich dann auch nicht warten. So bin ich dann gleich weiter Richtung Eastcape. Im Nachhinein war das auch besser so, weil ich sonst noch viel später angekommen wäre. Vor mir lagen 100km Gravel Road durch Regenwald, was wirklich sehr geil ist. Kein Verkehr, keine Menschen, nur etwa ein anderes Auto in der Stunde und atemberaubende Landschaft.
Natürlich macht das Fahren auch mehr Spaß, wenn die Kiste zum Schwänzeln anfängt ;)
Mit der Fahrzeit hab ich mich auch gehörig verschätzt, weil ich ständig stehen geblieben bin zum Fotos machen. So kam's dann auch, daß es schon finster war, wie ich in Gisborne angekommen bin. Ich hätte auch dort bleiben können, aber wenn schon Eastcape, dann auch wirklich am äußersten Zipfel. Also bin ich weiter zum Eastcape Lighthouse und war ziemlich froh über einen Einheimischen, der die meiste Zeit vor mir gefahren ist. Das ist schon ziemlich praktisch in der Dunkelheit und wenn man die Straße nicht kennt. Der hat auch gewußt, in welchen Baustellen man die 30 ernstnehmen muß und wo nicht. Die Gründe für die Baustellen waren entweder Erdrutsche, Überflutungen oder Unterspülungen. Aber auf dem Pacific Explorer Highway hat man wenigstens noch Warnungen davor - auf der Gravel Road durch den Regenwald hat quasi hinter jeder Kurve ein Erdrutsch lauern können.
Der Sonnenaufgang war dann ziemlich enttäuschend. Hat's am Abend noch vielversprechend ausgesehen, sind in der Nacht - welche ich übrigens im Auto verbracht habe - dichte Wolken aufgezogen, die den Sonnenaufgang ruinierten. Die Nacht war mit ca 11°C überraschend warm und eingepackt in 5 Lagen und einen Schlafsack war's auch garnicht kalt. Die Nacht hat mir jetzt auch die Erkenntnis gebracht, daß der Beifahrersitz um einiges unbequemer zum Schlafen ist, als der Kofferraum ;)
In völliger Dunkelheit bin ich dann zu dem Leuchtturm aufgestiegen - ein erster richtiger Test für meine Taschenlampe. Einfach zu geil das Ding! Der Aufstieg (angeblich wieder 30min) war auch in 10min gemeistert und dem Sonnengang konnte nichts mehr im Weg stehen - wären da nicht diese Wolken gewesen :(
Es war zwar nicht allzu kalt - aber die steiffe Brise ist mir durch sämtliche Lagen gepfiffen, also hab ich da oben ziemlich gebibbert. Da hieß es Isomatte ausrollen und flach auf den Boden legen und erst mal frühstücken ;) Ziemlich genervt bin ich davon, daß ich schon wieder Dreck im Objektiv meiner Kamera habe. Das ist ziemlich ärgerlich - aber jetzt hilft nix mehr - zum Garantietausch bleibt keine Zeit mehr...
Aber interessant ist es schon, wenn man bei Tageslicht auf einmal sieht, wo man Tags zuvor in völliger Dunkelheit rumgegurkt ist ;)
Der Weg zurück nach Hamilton hat sich ewig gezogen und es hat dann am frühen Nachmittag auch noch zum Regnen angefangen, was natürlich beschissen ist. Alles in allem mal wieder ein toller Roadtrip, mit wahnsinns Landschaft. Man kommt über eine Kuppe oder um eine Kurve und denkt sich 'scheiße is das geil!' man kann dann ewig sitzen und einfach nur die Landschaft genießen. Ja - man kann auf den verlassenen Straßen auch mitten auf der Straße stehenbleiben ;)
Aber ein Wochenende ist dafür eindeutig zu kurz! 1100km auf 2 Tage ist halt auch kein Pappenstil...
Ich hab zwar Unmengen an Fotos, wo eines toller ist als das andere, aber das würde auch Ewigkeiten dauern, das alles hochzuladen - von daher folgt nur eine kleine Auswahl...

So das war's jetzt. Sind doch ein Haufen Bilder geworden - auch wenn der Upload ziemlich unkomfortabel ist.

UPDATE Ein Leben auf der Baustelle

Das mit dem Wochenende hat dann wohl nicht so ganz hingehaut. Fertig ist natürlich noch nix, aber immerhin ist die neue Küche schon fast komplett eingebaut. Und die heftigen Regenschauer können den Fenstern auch nichts anhaben - es regnet nicht mehr rein :D
Schaut echt ziemlich gut aus bisher - wär das Ding halt mal schon bei meinem Einzug drin gewesen *träum*.
Bis es aber so weit war, hatten die 'builder' allerdings eine große Hürde zu überwinden: die Arbeitsplatte wurde in einem (!) Stück geliefert.
Ich hab's leider nicht verfolgen können - aber die Beiden haben sich da wohl 2 Tage lang immerwieder gemühnt, das Ding durch's Fenster reinzubringen. Irgendwie haben sie's dann tatsächlich geschafft und mit Stand Freitag hat's dann so ausgesehen:

Spüle, Ofen und Herd dürfen wir schon benutzen - müssen allerdings vorsichtig sein, da  noch nirgends Silikon gespritzt ist und auch die Fliesen an der Wand noch fehlen.
Abwarten - vielleicht kann ich die neue Küche dann tatsächlich noch eine ganze Woche lang benutzen :D

Montag, 23. August 2010

Ein Leben auf der Baustelle

Was eigentlich für letzten Montag schon agekündigt war, hat sich dann doch wegen des schlechten Wetters auf letzten Donnerstag verschoben: wir kriegen eine neue Küche!
Neue Küche heißt: neue Fenster, die dann hoffentlich nicht mehr undicht sind, teilweise neuen Fußboden und natürlich eine neue Küche. Hoffentlich auch mit neuen Elektro- bzw. Gasgeräten. Da bin ich mir nicht so sicher, denn die Alten stehen immernoch rum...
Für die entstehenden Umstände bezahlen wir für die Zeit nur die halbe Miete. Die andere Hälfte geht aber mehr oder weniger für Fast Food drauf, denn nur mit Mikrowelle und Tischofen läßt sich außer irgendwelchen Fertiggerichten auch nicht viel zubereiten.
Meine aktuelle Fast Food Hitliste schaut folgendermaßen aus: BK dicht gefolgt vom Chinamann um's Eck und Domino's Pizza. Die rote Laterne hat sich KFC verdient.

So hat's am Donnerstag Abend ausgesehen...

Provisorische Kochecke:

Heute sind die neuen Fenster eingebaut worden:

Stühle rücken in der provisorischen Kochecke:

Und so schaut's unter'm Haus aus:

Bin ja mal gespannt, wie lang das jetzt noch dauert - angeblich soll's bis zum Wochenende fertig sein...

Mittwoch, 11. August 2010

Auf zu neuen Ufern

Ich bin gerade in Auckland am Flughafen und warte auf den Check-In, der jetzt auch gleich losgeht.
Fuer das Wochenende gehts nach Sydney :D Bin dafuer heut auch schon um 3.30am aufgestanden...

Dienstag, 27. Juli 2010

Mount Taranaki Summit Climb

Gleich am nächsten Tag nach dem Tongariro Crossing stand bei mir ja der Mount Taranaki Summit Climb auf dem Plan.
Das mit dem frühen Aufstehen nach dem letzten Tag ist wieder mal nichts geworden - den Wecker hab ich mir auf 6 gestellt - letztendlich aufgestanden bin ich dann so gg 7.15. Danach erstmal warm anziehen und ausgiebig frühstücken. An der Wand hing eine Karte, die mich etwas stutzig gemacht hat. Ich war mir garnicht bewußt, daß ich heute kurz mal einen 8000er bezwingen werde.
Scheint wohl eine etwas ältere Karte zu sein, da hier eigentlich ausschließlich das metrische System verwendet wird. Dann hab ich erstmal mein Auto umräumen bzw die Rückbang freimachen müssen, weil ich zwei aus dem Backpacker mit zum Einstieg in den 'Summit Climb' genommen habe. Die haben doch allen Ernstes im Zelt geschlafen! Es hatte in der Nacht so um die 4°C, weshalb ich auch nicht im Auto schlafen wollte. Bis zum Einstieg waren's auch immerhin 16km oder so - das allein wär ja schon ein Tagestrip. Aber die sind dann eh länger in dem Nationalpark rumgestiefelt. Nachdem ich dann mein Marschgepäck beisammen hatte, hab ich mir am Infostand noch ein Informationsblatt besorgt. Meinen die doch tatsächlich, daß man 8-10 Stunden benötigt... Und die Dame hinter'm Tresen hat mich auch ermahnt, genügend Wasser mitzunehmen. Meine 4.5 Liter erschienen ihr wohl ausreichend, denn sie ließ mich dann auch losmarschieren.
Um kurz vor 9 war ich dann endlich zum Abmarsch fertig! Da hab ich noch nicht geahnt, daß es um einiges schweißtreibender als tags zuvor werden würde. Die Longjohns bzw meine Laufight hab ich schon nach kurzer Zeit ausgezogen. Kurze Zeit später folgte dann auch das Tshirt.
Der Grund dafür war einfach, daß es gleich irre steil, windgeschützt in der prallen Sonne nach oben ging.
Der Weg war schön griffig, also kommt man ziemlich zügig voran - das entsprechende 'Schmalz' in den Beinen vorausgesetzt ;) Ich hab auch ziemlich schnell die Strapazen vom Vortag gemerkt. Das war schon nicht ohne. Das wirklich Anstrengende bei dieser Steigung ist ja nicht die Steigung an sich, sondern daß man eigentlich ständig auf dem Ballen läuft und somit die Unterschenkel ziemlich hart ran nimmt. Wahrscheinlich haben die ganzen Bergführer deswegen Unterschenkel wie ich Oberschenkel ;) Erleichterung bringen da Wanderstöcke mit Sicherheit.
Nach der ersten Rast ein Stück über dem Sendemasten geht's zuerst nur moderat steigend weiter über Stock und Stein, ehe man auf endlos langen Treppen hochsteigt.
Blick zurück vom Rastplatz - einer Hütte für längere Trips
Die Stufen zu nah bei einander, um vernünftig voran zu kommen, aber auch wieder zu weit auseinander, um zwei auf einmal ohne exorbitant großen Kraftaufwand nehmen zu können.
 Dem Weg von links nach rechts folgen...
Nach den Stufen dann das große Grauen... Geröllfeld! Um einiges unangenehmer, als den Mt. Doom hoch, wie ich finde. Da hatte man doch immerwieder mal größere Brocken, an denen man sich festhalten konnte. Aber hier ist....nichts! Und dann kommt's mir auch noch so vor, als ob ich noch mehr bzw. öfter ab/weg/ausrutsche, als gestern.
 Die Freude darüber steht mir in's Gesicht geschrieben :D
Vorwärts! Vorwärts! Nie zurück...
Aber da gibt's doch den Mt. Doom zu bestaunen!
Meine Kräfte sind in dem Geröllfeld geschwunden, deswegen hab ich an dessen Ende ein Brikett nachgelegt ;) Ehe es mit dem spaßigen Teil weiter ging.
Hier sucht man sich am besten seinen eigenen Weg. Die markierten Latten dienen nur der Orientierung - das Vulkangestein ist so scharfkantig und griffig, daß man spielend hochsteigt bzw den direkten Weg klettert.
Das geht dann auch relativ fix und ehe man sich versieht, hat man nur noch das letzte Stück vor sich.
Ehe man sich nach nur 3.5 Stunden Plackerei rühmen kann, den Gipfel erklommen zu haben
Die Aussicht von da oben ist einfach überwältigend, da will man sich's nur gemütlich machen und nicht mehr absteigen.
Eine ziemlich schnell aufziehende und recht dichte Wolkenfront signalisierte dann letztlich aber doch daß es Zeit für den Abstieg ist.
Auf dem scharfkantigen Vulkangestein war auch das kein Problem, weil man einfach nicht ausrutschen kann. Man muß nur aufpassen, daß man auf keinen losen Felsbrocken steigt, weil dann geht's schneller abwärts, als einem lieb ist ;)
Das Geröllfeld war nicht annähernd so gut zum Runterlaufen, wie das vom Mt Doom, weil man nicht so tief eingesunken ist und folglich weniger gebremst hat.
Die Treppen sind fast noch nerviger, als beim Aufstieg - der Abstand der Stufen paßt einfach hinten und vorne nicht. Was beim Aufstieg beschwerlich ist, ist beim Abstieg mindestens genauso beschwerlich, weswegen ich die steilen Passagen mehr gelaufen bin - einfach weil's schneller und kräfteschonender ist ;)
Eine kurze Pause kann man aber dennoch ab und zu einlegen...
Nach gut 1.5h Abstieg war ich dann auch schon wieder am Auto und hab erst mal meine Schuhe und Socken ausgeklopft. Unglaublich, was da an Sand drin war!

Auf  dem Weg zurück nach Hamilton hab ich erst noch in New Plymouth am Strand Halt gemacht und mich im Wasser abgekühlt und den Schweiß abgewaschen. Der Sonnenuntergang an diesem Tag war auch gigantisch ;)